August-Macke-Preis des Hoch­sauer­land­krei­ses 2014

“Wir zeich­nen die­je­ni­gen aus, die die Zukunft in sich tra­gen“.

Mit die­sen Wor­ten beschrieb 2005 der Grün­dungs­di­rek­tor des Muse­ums für moder­ne Kunst (MMK) in Frank­furt am Main und mehr­ma­li­ges Mit­glied der Jury des August-Macke-Prei­ses, Jean Chris­to­phe Ammann, die Aus­rich­tung des Prei­ses, der nach dem in jun­gen Jah­ren ver­stor­be­nen Künst­ler benannt ist.

Am 21. Juni 2014 wur­de der Preis an die in New York und Ber­lin leben­de Künst­le­rin Kers­tin Brätsch ver­ge­ben. Kers­tin Brätsch erwei­tert, 100 Jah­re nach Macke, die Gren­zen der Male­rei erneut und trägt inso­fern die Zukunft in sich. Sie schafft ihre Kunst inmit­ten der glo­ba­len Kul­tur, die wesent­lich durch die elek­tro­ni­schen Medi­en bestimmt wird und in der der Markt auch die Kunst ver­än­dert hat. So arbei­tet sie expe­ri­men­tell mit neu­en Werk­stof­fen für die Male­rei, nutzt z.B. trans­pa­ren­te Foli­en als Bild­trä­ger anstel­le der tra­di­tio­nel­len Lein­wand. Auch die Prä­sen­ta­ti­on ihrer Bild­wer­ke geschieht auf neu­en Wegen: mit­un­ter hän­gen die bemal­ten und bedruck­ten Kunst­stoff­bah­nen mit­ten im Raum oder wer­den zum Teil einer Instal­la­ti­on, die Plas­tik und Male­rei ver­bin­det. Die Moti­ve wir­ken oft abs­trakt und zei­gen Varia­tio­nen von Struk­tu­ren und Mus­tern, die eben­so aus der Natur gewon­nen wer­den kön­nen wie aus Gra­phik­pro­gram­men am Com­pu­ter. Kers­tin Brätschs Arbei­ten zei­gen ein­drucks­voll, wie auch unter den star­ken Ein­flüs­sen der mas­sen­haf­ten Ver­brei­tung der elek­tro­ni­schen Bild­me­di­en sowie des expan­die­ren­den Kunst­mark­tes eine ori­gi­na­le künst­le­ri­sche Posi­ti­on erar­bei­tet wer­den kann, die von der Kon­se­quenz der Künst­ler­per­sön­lich­keit getra­gen ist.

Die Sau­er­land Aus­stel­lung fand vom 10. Mai –28. Juni 2015 in den Räu­men des Arns­ber­ger Kunst­ver­eins am Neu­markt in Arns­berg statt. In ihrer Aus­stel­lung mit dem Titel „Kers­tin Brätsch with Mount Trai­ler“ zeig­te Brätsch neue Arbei­ten, aber auch Wer­ke von Stu­den­ten aus der Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te Mün­chen. Die dich­te und span­nungs­rei­che Aus­stel­lung ver­band 22 Posi­tio­nen, Per­for­man­ces und Events.

Preis­trä­ge­rin stellt gemein­sam mit ihren Stu­den­ten aus

Zeit­gleich mit der Preis­ver­lei­hung in 2014 nahm Brätsch auch eine Gast­pro­fes­sur an der Aka­de­mie der Bil­den­den Küns­te Mün­chen an. Aus die­ser Situa­ti­on ent­wi­ckel­te sich das Kon­zept der Aus­stel­lung im Kunst­ver­ein Arns­berg: die Preis­trä­ge­rin Brätsch lud ihrer­seits ihre Stu­den­ten zur Teil­nah­me an ihrer Aus­stel­lung ein. Kers­tin Brätsch ist haupt­säch­lich Male­rin. Diver­se kol­la­bo­ra­ti­ve Pro­jek­te prä­gen aller­dings ihre künst­le­ri­sche Pra­xis. So arbei­tet sie als DAS INSTITUT seit 2007 mit Ade­le Röder, als KAYA seit 2010 mit Debo Eilers, in und mit der Schwei­zer Glas­m­al­erwerk­statt Glas­Mä­der seit 2011 und mit dem Mar­mo­rie­rer Dirk Lan­ge seit 2013. Die­se Ver­flech­tun­gen sind ein Ort, an dem ihre Male­rei in einen erwei­ter­ten Hand­lungs­raum gebracht wer­den kann, und der es ihr gestat­tet, die Rol­le von Male­rei für sich neu zu defi­nie­ren. Auch in der Aus­stel­lung im Kunst­ver­ein Arns­berg sind die Wer­ke von Gast-Pro­fes­so­rin und Stu­den­ten eng mit­ein­an­der ver­knüpft.

Wer­ke ent­stan­den gemein­sam in All­gäu­er Berg­hüt­te

Kar­ne­val und Mas­ken war unter ande­rem das The­ma von „Mount Trai­ler“, einer Rei­se von Kers­tin Brätsch und ihren Stu­den­ten zur All­gäu­er Len­zen­berg­hüt­te zu Jah­res­be­ginn. Dabei ent­stand eine Viel­zahl von Wer­ken und Aktio­nen, die dem All­tag ent­flie­hen und ver­schie­dens­te Rol­len ein­neh­men. Teil­neh­men­de Künst­ler waren Kers­tin Brätsch, Anna Fehr, Ste­fan Fuchs, Fran­çois Huber, Maria Jus­tus, Robert Keil, Kit­ty & Joy, Johan­na Klin­gler, Simon Läs­sig, Vera Lutz, Pau­li­na Nol­te, Ame­deo Polaz­zo, Pro­tek­tora­ma, Phil­ipp Reit­sam, Vio­la Rel­le, Kris­ti­na Schmidt, Phil­ipp Stäh­le, Johan­na Stro­bel, Rapha­el Weilg­uni, Frau­ke Zabel, Lau­ra Zieg­ler .