Sil­ke Albrecht, Preis­trä­ge­rin 2021

1986 gebo­ren in Soest 2006–2010 Kunst­aka­de­mie Müns­ter, Prof. Micha­el van Ofen2010-2012 Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf, Prof. Andre­as Gurs­ky

För­de­rung

2011 Jah­res­sti­pen­di­um der Best-Grup­pe

Ein­zel­aus­stel­lun­gen

2011 Sti­pen­di­ums­aus­stel­lung, Best-Grup­pe, Düs­sel­dorf

2010 Male­rei, Qua­tier 7, Müns­ter per­fo­ra­ted places, Gale­rie Hans Tepe, Dam­me

Aus­stel­lun­gen

2011
För­der­preis­aus­stel­lung, PSD Bank, Düs­sel­dorf

2010
Kon­takt 10, FB 69, Müns­ter
C.A.R., Zeche Zoll­ver­ein, Essen
Kunst in der Regi­on, Klos­ter Gra­ven­horst, Hors­te

2009
Male­rei 09, RWE Tower, Dort­mund
Aus­wahl­aus­stel­lung des Cusa­nus­wer­kes,
Mora­t­in­sti­tut, Frei­burg i. Br.

Die Ver­lei­hung des Prei­ses fand im Herbst 2012 im Schmal­len­ber­ger Kunst­haus “Alte Müh­le” im Rah­men der Aus­stel­lungs­er­öff­nung statt.

www.silke-albrecht.de

Die Jury zur Ver­lei­hung des August-Macke-För­der­prei­ses hat sich im Jahr 2012 wie folgt zuam­men­ge­setzt:

Kul­tur­stif­tung der West­fä­li­schen Pro­vin­zi­al Ver­si­che­rung
Hel­mut Rudolph

August-Macke-Kura­to­ri­um
Prof. Dr. Carl Peter Busch­küh­le
Peter Engels
Gabrie­le Land­fried

Hoch­sauer­land­kreis
Dr. Klaus Drathen

Pro­to­koll
Astrid Schür­mann

Stel­lung­nah­me zur Jury­ent­schei­dung:

Bei Frau Albrechts neue­ren Arbei­ten, mit denen sie sich um den August-Macke-För­der­preis bewor­ben hat, han­delt es sich um groß­for­ma­ti­ge (150 x 200 cm) Misch­tech­ni­ken, die col­la­ge­ar­ti­gen Cha­rak­ter haben. Es sind abs­trak­te Wer­ke, die aber immer gegen­ständ­li­che Anklän­ge auf­wei­sen. Bereits seit län­ge­rem arbei­tet die Stu­den­tin der Kunst­aka­de­mie Düs­sel­dorf (Klas­se Prof. Andre­as Gurs­ky) im Bereich der Abs­trak­ti­on und hat mit abs­tra­hie­ren­den Kopf-Arbei­ten und frei­en male­ri­schen Expe­ri­men­ten bereits erfolg­reich an ver­schie­de­nen Aus­stel­lun­gen teil­ge­nom­men. Mit den neue­ren Arbei­ten voll­zieht sie im Medi­um und in der Wahl der Mate­ria­li­en einen auf­fäl­li­gen Wan­del. Sie wen­det sie ab von der tra­di­tio­nel­len Tech­nik Öl auf Lein­wand und expe­ri­men­tiert mit Spray, Lack, Garn und Tex­ti­li­en auf Lein­wand.

Expe­ri­men­tel­le Abs­trak­ti­on ist mit­hin das kon­ti­nu­ier­lich ent­wi­ckel­te Merk­mal des bis­he­ri­gen Wer­kes der jun­gen Künst­le­rin. Dabei hat sie ins­be­son­de­re mit den aktu­el­len Arbei­ten eine bemer­kens­wer­te Sou­ve­rä­ni­tät und Eigen­stän­dig­keit im Umgang mit ihren gestal­te­ri­schen Mit­teln erlangt. Sie beherrscht die Flä­che des gro­ßen For­ma­tes sicher. Von sen­si­blem Gespür für die Mate­ria­len, ihre Ober­flä­chen­be­schaf­fen­hei­ten und ihr ästhe­ti­sches Wech­sel­spiel sind die­se Arbei­ten geprägt. Sie wer­den umso frei­er, brin­gen eine auto­no­me Bild­wirk­lich­keit zur Dar­stel­lung, je mehr sie sich von der Ein­be­zie­hung abbild­haf­ter Ele­men­te lösen und Far­ben, Mus­ter, Werk­stof­fe in ein kom­po­si­to­ri­sches Spiel ver­set­zen. Die Din­ge spie­len mit­ein­an­der, Far­ben und tex­ti­le Ober­flä­chen bil­den Kon­trast­ver­hält­nis­se, eben­so das Spiel mit Pro­por­tio­nen, Bewe­gungs­rich­tun­gen und Farb­ver­hält­nis­sen. Mit­un­ter wird die gro­ße Lein­wand in Teil­flä­chen unter­schied­li­cher Far­big­keit und Ober­flä­chen­struk­tu­ren geglie­dert, dar­auf und dar­in bewe­gen sich detail­lier­te Form­ele­men­te, in ande­ren Arbei­ten ent­fal­ten sich die For­men schwe­bend und flie­ßend in einem offe­nen Bild­raum. Die Din­ge sind in den Bil­dern, was sie sind: Tex­ti­le Frag­men­te mit ihren Mus­tern und Orna­men­ten, Far­be, die nichts dar­stel­len muss, son­dern tut, was Far­be tut, wenn man sie lässt: Flie­ßen, lau­fen, sich ver­men­gen, Struk­tu­ren bil­den.

Mit ihren mul­ti­me­dia­len Col­la­ge­ar­bei­ten hat Sil­ke Albrecht eine eigen­stän­di­ge, cha­rak­te­ris­ti­sche, bild­haft spie­le­ri­sche und zugleich gestal­te­risch kom­ple­xe Dar­stel­lungs­form ent­wi­ckelt. Damit erfüllt sie in her­vor­ra­gen­dem Maße die Kri­te­ri­en des August-Macke-För­der­prei­ses, der jun­ge Künst­ler för­dern möch­te, deren jun­ges Werk bereits eine sicht­ba­re Ent­wick­lung einer eige­nen For­men­spra­che auf­weist und Per­spek­ti­ven für die Ent­wick­lung einer signi­fi­kan­ten künst­le­ri­schen Posi­ti­on eröff­net.

Carl-Peter Busch­küh­le
10.6.2012

www.silke-albrecht.de