Herbert Bardenheuer, Preisträger 1993
Herbert Bardenheuer, geboren 1949 in Eschweiler, verstarb 2007. Er studierte Kernphysik, Malerei, Kunstgeschichte und Philosophie in Düsseldorf und Aachen. Mit gegenständlich-expressiven Arbeiten begann er einen Weg, der Stationen fotografischer Gestaltung, Nutzung fotografischer Verfahren bis zur planmäßigen Verfremdung von Filmmaterial durchlaufen hat. Über Foto- und Plakatübermalungen kam er zur Malerei. Wie auch in den Zeichnungen lässt sich hier die Aufgabe des gewohnten zentralperspektivischen Sehens erkennen. Der Blick des Betrachters dringt — quasi mikroskopisch — in die Tiefe des Sichtbaren ein und muss ohne die Orientierung durch gewohnte Proportionen und Bildgrenzen auskommen. Nicht mehr das Gegenständliche, sondern das „Zeichenhafte der Gegenständlichkeit“ ist das Thema seiner in komplexen Farbschichten irrisierenden Gemälde: Reflexion des Sehens selbst. 1994 erhielt der Zeichner, Fotograf und Maler die älteste deutsche Auszeichnung im Bereich der Künste, den Villa Romana-Preis, verbunden mit einem Arbeitsaufenthalt in Florenz. Wie radikal und sensibel Bardenheuer an der Aufdeckung der verborgenen Dimension der sichtbaren Gegenständlichkeit arbeitete, ist nachzuvollziehen am „Sisyphuswerk“ des Bilder-Raumes „Stanza nord-est“, die er in der Zeit seines dortigen Aufenthaltes schuf. Er lebte zuletzt im niederländischen Vaals, im Dreiländereck zwischen Belgien, Deutschland und den Niederlanden. Letzte Ausstellung zu Lebzeiten: April 2007 auf Zollverein in Essen mit Oveis Saheb.
