Günter Ferdinand Ris, Preisträger 1984
Günter Ferdinand Ris wurde 1928 in Leverkusen geboren und verstarb 2005 in Darmstadt. Er zählt zu den international bekannten Künstlern, die die Ästhetik des öffentlichen Raums der jungen Bonner Republik maßgeblich prägten. Ris studierte Malerei und Bildhauerei an den Akademien Karlsruhe, Düsseldorf und Freiburg. Blitzartig erwarb er sich mit Beginn der 60er Jahre beachtliche Erfolge als Bildhauer. Er war vertreten auf der documenta II +III und im Deutschen Pavillon der Biennale in Venedig 1964. Die Arbeiten von Ris, die von geometrischen Grundformen vor allem der Kugel ausgehen, sind von schlichter, sinnlicher Strenge und exaktem Kalkül. Sie appellieren weniger ans Gefühl als an nüchterne, unpathetische Rationalität. Insofern eigneten sie sich hervorragend, der politischen und gesellschaftlichen Grundhaltung der 70er Jahre formal Ausdruck zu verleihen. Für den Neubau des Bundeskanzleramts schuf Ris u.a. eines seiner „Lichtfelder“, das in klarer, aber eleganter Linienführung, auf Transparenz und Reflexion verweist. Verknüpfung von Zeichnung, Malerei und Architektur in der Plastik war eines seiner künstlerischen Hauptanliegen, dem er sich in unterschiedlichen Materialien vom Marmor bis zum Kunststoff widmete. Zudem entwickelte er als Designer Inneneinrichtungen, Porzellanserien, Möbel: z.B. den „Sunball“ Kugelstuhl. Ris widmete als Dank für den August-Macke-Preis 1984 der Stadt Meschede eine Serigraphien-Edition, die unter dem Namen „Mescheder Mappe“ in kleinster Auflage erschien. Das erste Exemplar, ein Geschenk des Künstlers an die Geburtsstadt Mackes, ist im Saal der Stadthalle ausgestellt.
