Bernd Bohmier, Theo Lambertin, Preisträger 1975
Bernd Bohmeier
Bernd Bohmeier geboren 1943 in Bad Oeynhausen, studierte Theaterwissenschaften und Philosophie in Mainz und Köln. Seit 1966 veröffentlicht Bohmeier literarische Arbeiten, seit 1969 stellt er eigene Gemälde aus. Er unternahm ausgedehnte Reisen nach Afrika, USA, Australien und Ozeanien. Von 1968 bis 1998 wirkte er als freier Lektor für die Abteilung Fernsehspiel des WDR. Arbeitsstipendien der Kulturministerien der Länder Rheinlandpfalz und Nordrhein-Westfalen erhielt er 1991 und 1995. Bernd Bohmeier ist Mitgleid im Verband Deutscher Schriftsteller. Seine Bilder, vorzugsweise in Öl und Öl-Pastell, setzen sich — oft unter harmlosen Titeln – mit dem menschlichen Körper in Extremsituationen, in Momenten von Gewalt, im Zustand der Versehrtheit auseinander. Sie befragen den Realitätsanspruch des Bild-Mediums, die Erwartungshaltung der Rezipienten und spielen mit den Mehrdeutigkeiten des Blicks: der Abwehr, der Angst oder auch der Lust des Erschreckens. Handelt es sich hier um reine Fiktion des Malers, oder um eine letztlich alltägliche Dimension menschlicher Existenz? Bernd Bohmeier lebt heute in Köln und in einem Dorf in der Vulkan-Eifel.
Theo Lambertin
wurde 1949 in Köln geboren. Nach Lehre und Arbeit als Farb-Lithograph, begann er 1971 ein Studium an der Fachhochschule für Kunst und Design in Köln. Er erhielt zahlreiche Förder- Arbeitsstipendien unterschiedlicher Träger. Bereits in den 70er Jahren zählt er zur legendären Kölner Künstlerszene mit Namen wie Rückriem, Paeffgen, Klauke und Bonvie. Nach längeren Auslandsaufenthalten, u.a. auf Martinique und in New York arbeitete er zwei Jahre als Gastdozent an der Akademie Münster. Seit 2001 ist er Artist in Residence und Dozent für „fundamentale ästhetische Kompetenz“ an der Universität Erfurt. In zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland waren seine Arbeiten präsent. Lambertin versteht sein Schaffen als Dokumentation der Beziehungen des Künstlers zu einem Thema, dessen Auslotung, Überprüfung, Transformation und Verdichtung ein prinzipiell offener Prozess ist. Seine Gemälde haben oft eine fotografische Grundlage. Auf Leinwand wird ein Negativ belichtet und übermalt. Indem das bemalte Foto wieder abgelichtet und eventuell wieder zur Grundlage von Malerei wird, entsteht ein Bild mit verschiedenen Zeitebnen, die zugleich sichtbar sind, „Zeit-Collagen“, die durch die fotografische Dokumentation eine quasi objektive Dimension besitzen und eine Vielschichtigkeit der Realität aufscheinen lassen. Theo Lambertin lebt und arbeitet in Leipzig, Köln und Texas.
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