Christa Biederbeck-Tewes, Preisträgerin 1964
Christa Biederbick-Tewes geboren 1940 in Balve, studierte von 1958 bis 62 Grafik an den Werkkunstschulen in Dortmund und Münster sowie von 1964 bis 70 Malerei an der HfBK Berlin (West) als Meisterschülerin bei Prof. Bachmann. Sie ist seit 1969 als freie Bildhauerin tätig. Von 1978 bis 79 war sie als Villa- Massimo-Stipendiatin in Rom, es folgte eine Gastdozentur in Hamburg und eine Professur für Bildhauerei an der Universität Mainz von 1991–2001. Ihre Formensprache wendet sich von frühen abstrakten Entwürfen entschieden zum Gegenständlichen. Die oft lebensgroßen Menschengestalten arbeitet sie vorzugsweise aus den Materialien Polyester oder Holz, die sie übermalt und mit Alltagsgegenstände ausstattet. Die bildnerische Formulierung der Figur im Raum zielt bei allem Realismus niemals auf die illusorische Nachahmung einer äußeren Erscheinung. Vielmehr enthüllt sie gerade im nüchternen „Einfrieren“ der alltäglich-banalen Sekunde das Abgründige der menschlichen Existenz, die verborgenen, sozialen Machtgefälle noch in intimsten Beziehungen, die Gefährdung und Verletzlichkeit des Individuums zwischen den Rastern der Geschlechterollen. Christa Biederbick-Tewes ist Mitglied der freien Akademie der Künste Hamburg und des Deutschen Künstlerbundes. Sie lebt und arbeitet in Berlin.
