Christa Biederbick 1974
Urheber: Hegauerland (de:Dietmar Bührer)
“Kleine Reiterin” von Christa Biederbick im Skulpturenpark Durbach.
Foto: Schmitt, Holger Uwe
Preisträgerin 1964
Christa Biederbick
Christa Biederbick geboren 1940 in Balve, studierte von 1958 bis 1962 Grafik an den Werkkunstschulen in Dortmund und Münster sowie von 1964 bis 1970 Malerei an der HfBK Berlin (West) als Meisterschülerin bei Prof. Bachmann. Sie war seit 1969 als freie Bildhauerin tätig. Von 1978 bis 1979 war sie als Villa- Massimo-Stipendiatin in Rom, es folgte eine Gastdozentur in Hamburg und eine Professur für Bildhauerei an der Universität Mainz von 1991 bis 2001.
Ihre Formensprache wendete sich von frühen abstrakten Entwürfen entschieden zum Gegenständlichen. Die oft lebensgroßen Menschengestalten arbeitete sie vorzugsweise aus den Materialien Polyester oder Holz, die sie übermalte und mit Alltagsgegenstände ausstattete. Die bildnerische Formulierung der Figur im Raum zielte bei allem Realismus niemals auf die illusorische Nachahmung einer äußeren Erscheinung. Vielmehr enthüllte sie gerade im nüchternen „Einfrieren“ der alltäglich-banalen Sekunde das Abgründige der menschlichen Existenz, die verborgenen, sozialen Machtgefälle noch in intimsten Beziehungen, die Gefährdung und Verletzlichkeit des Individuums zwischen den Rastern der Geschlechterrollen.
Christa Biederbick war Mitglied der freien Akademie der Künste Hamburg und des Deutschen Künstlerbundes. Sie lebte in Berlin und verstarb 2026 im Alter von 85 Jahren.


